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Dualseelen & die Liebe

Es ist so seltsam hier auf Erden.

Vor ein paar Jahren saßen wir hier und telefonierten stundenlang.

Wir plauderten und lachten, wir weinten und hassten.

Wir wussten so sehr, wie sehr wir euch liebten.

Heute scheint es wie eine endlos lange Geschichte, die

eben nur, eine Geschichte ist und blieb...

 

Wir wollten euch so sehr. Doch ihr uns nicht.

Wir sprachen darüber, wie es einmal wird, wenn wir endlich alle vereint sind,

uns frei lieben können. Die Spiele aufgehört haben, wir uns innig ineinander liegen

und wissen, dass wir der Liebe eine Chance gegeben haben.

Wir haben gesagt, wir feiern es, wenn ihr da seid.

Wir haben gesagt, wir lieben euch für immer - und das tun wir bis heute.

Wir haben gesagt, wir wollen mit euch zusammen sein.

 

Das Leben trennte unsere Telefonate und unsere Verbindungen. Wir gingen weiter.

Jeder für sich. Wir weinten, wir hassten, wir lachten, wir liebten weiter.

Wir erkannten uns immer tiefer. Wir analysierten und hörten damit auf,

weil wir einfach nicht mehr weiterkamen.

Wir sahen Liebesfilme uns spürten, dass genau dieses Gefühl auch bei uns aufkam,

als wir immer an euch dachten. Wir wussten, dass uns die Liebe begegnet war.

Und doch - träumten wir noch davon, sie endlich leben zu können.

Bis heute.

Die Wege trennten sich. Jeder lebte weiter. Jeder ging irgendwie weiter.

War es doch nicht möglich, ein Paar zu sein.

Wie kann es möglich sein, dass, obwohl die Liebe so groß ist,

es doch nicht möglich ist, mit euch vereint zu sein?

Müssen wir die Liebe in uns selbst finden und leben, ehe wir sie mit euch für immer aufrecht erhalten können

und zu würdigen wissen? Kennt ihr den Schmerz, den wir damals spürten, bereits? Habt ihr euch schon erkannt?

Haben wir uns schon erkannt? 


In traurige Augen auf allen Seiten zu schauen. Sehnsucht nach Liebe.

Überall. In jedem Auge. Falsche Spiele - falsche Blicke. Falsche Masken, falsche Worte. 

Wie kann es sein, dass unsere Spiele die Überhand nahmen,

wir jahrelang etwas leben, was wir gar nicht wirklich waren.

Aus Angst, alleine zu sein?

Aus Angst, unterzugehen in der Liebe?

Aus Angst, uns getäuscht zu haben und dann alles verlassen und verloren zu haben?

Warum sind wir so feige, wenn es um die Liebe geht?

Warum leiden wir lieber, statt einmal unserem Gefühl zu vertrauen.

Warum wissen wir manchmal nicht mal, dass wir eigentlich jemand anderen lieben?

Wo ist die Liebe geblieben - zu uns selbst - zu jemand anderem.

 

Und unser Herz steckt tatsächlich im Kopf, und unser Kopf steckt tatsächlich im Sand.

Wann haben wir verlernt, wie lieben geht. Wie Liebe leben geht.

Oder haben wir es noch nie gekonnt. Weil die Sicherheit immer schon gewonnen hat?

Wovor haben wir Angst, wenn wir uns fallen lassen.

Wenn wir unserem Gefühl vertrauen.

Was ist los, wir leben lieber ein Leben, das uns halbglücklich macht,

obwohl wir wissen, wo wir glücklich wären? Sind wir uns selber nicht mehr wert?

 

Ist es nicht unser Recht, glücklich zu sein? Haben wir uns so sehr ans Leiden gewöhnt, an all die Anstrengung, an all die Kraft, die wir jeden Tag aufbringen, um unsere Masken aufrecht zu erhalten, dass wir nicht mehr daran glauben, dass es leicht und schön sein darf und kann? Dass LIEBE LEICHT sein kann?

Dass Liebe nicht weh tut - sondern nur diese Masken, Spiele, Illusionen, die uns vorgaukeln, dass das LIEBE ist?

 

Wir haben uns abgewendet - und unserem eigenen Leben wieder zu.

Wir hatten keine andere Wahl.

Wir wussten selbst nicht, wie es geht, LIEBE zu leben, zu uns selbst, zu euch.

Wir spürten nur, dass wir euch lieben.

 

Wir wollten EUCH so sehr.

Und doch mussten wir gehen.

Uns umdrehen, und weiter unseren eigenen Weg gehen.

Alles war unmöglich und alles war möglich.

Und doch wussten auch wir eines Tages nicht mehr weiter.

So ließen wir los und... gingen weiter....und doch haben wir euch nie vergessen.

 

Und doch haben wir nie aufgehört, euch zu lieben.

Wir leben nur weiter. Irgendwie.

Versuchen uns selbst zu erkunden.

Das Leben und die Liebe zu verstehen.

Versuchen, unser eigenes Leben zu leben.

Wollen euch nicht an uns binden.

Wollen euch frei lassen.

Weil ihr uns so wichtig seid,

dass wir beschlossen haben,

euch gehen zu lassen,

eure eigenen Erfahrungen machen zu lassen.

 

Euch nicht mehr mit unserer Liebe und unseren Worten zu erdrücken.

Wir wollten euch nicht noch mehr verlieren.

Wollten euch nicht noch mehr von uns stoßen.

Und so spürten wir,

dass es Zeit ist, loszulassen.

Auch wenn das das Schlimmste für uns war,

das wir je tun mussten.

Die Liebe gefunden zu haben,

und sie gehen lassen zu müssen.

 

Weil es einfach nicht die Zeit war...

uns zu vereinen.

 

© MarinJa